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Umwelt & Energie

Umwelt & Energie

Die Junge CVP Schweiz ist als christlich-demokratische Partei verpflichtet der Umwelt Sorge zu tragen. Der Klimawandel, der steigende Energieverbrauch, die Rohstoffverknappung und die zunehmende Mobilität sind Herausforderungen, die eine aktive und nachhaltige Energiepolitik verlangen. Die JCVP setzt sich für einen ökologischen Energiemix und eine zuverlässige Energieversorgung ein. Die Energiepolitik darf weder einzelne Regionen noch die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft benachteiligen.
Für die JCVP stellt der Wandel in der Energiepolitik eine grosse Chance für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz dar. Unser Ziel muss es sein, weltweit eine führende Rolle in der Energie- und Umwelttechnologie einzunehmen.


Energieproduktion
Elektrizität

In den kommenden Jahren laufen sowohl die Betriebsdauer der KKWs Beznau und Mühleberg als auch Lieferverträge mit Frankreich aus. Eine Stromlücke droht und muss verhindert werden.

  • Die Grundlage für eine zuverlässige und effiziente Stromversorgung sieht die JCVP im Aufbau einer zukunftsträchtigen Strominfrastruktur unter Einschluss „Intelligenter Stromnetze“ (Smart Grids).
  • Die Wasserkraft leistet mit über 50 Prozent den grössten Beitrag zur Elektrizitäts-erzeugung. Der Erhalt und Ausbau der Wasserkraft ist von zentraler Bedeutung. Prioritär sind für die JCVP Optimierungen von bestehenden Grosskraftwerken und einen für die Ökosysteme verträglichen Ausbau von Kleinwasserkraftwerken.
  • Die Kernenergie hat einen Anteil von fast 40 Prozent an der Schweizer Stromproduktion. Die Kernkraft ist eine unverzichtbare Brückentechnologie. Sie ist notwendig, um kontinuierlich und zuverlässig die Grundlasten unseres Stromverbrauchs zu decken. Die JCVP tritt deshalb für den Ersatz der bestehenden KKWs ein, lehnt aber einen höheren Anteil der Kernenergie am Schweizer Strommix ab.
  • Die JCVP fordert, dass die Konzession für den Bau und Betrieb von Kernkraftwerken mit der Auflage gekoppelt wird, dass während der Betriebsdauer Investitionen in erneuerbare Energien im Umfang von 25 Prozent der Produktionskapazität des Kernkraftwerks getätigt werden.
  • Die JCVP ist sich der Problematik bewusst, die die Produktion von Strom aus Kernkraft mit sich bringt. Sie fordert eine sichere Entsorgung der radioaktiven Abfälle. Das Verfahren zur Standortbestimmung eines Tiefenlagers ist möglichst transparent und unter Mitwirkung der Bevölkerung zu gestalten.
  • Die JCVP lehnt Gaskraftwerke in der Schweiz ab, da ihre CO2-Emissionen zu hoch sind. Die JCVP kämpft an vorderster Front gegen Gaskraftwerke und fordert seit langem ein nationales Gesetz gegen ihren Bau und Betrieb.
  • Die JCVP fordert eine stärkere internationale Beteiligung der Schweiz bei der Erforschung von Kernfusionskraftwerken.
  • Die Förderung der erneuerbaren Energien durch die Kostendeckende Einspeise-vergütung (KEV) ist unbedingt auszubauen. Der Stromzuschlag von heute 0.45 Rappen pro kWh ist auf über einen Rappen zu erhöhen und der Kostendeckel bei der Photovoltaik soll angehoben werden.
  • Die Schwäche der erneuerbaren Energien sieht die JCVP bei der unregelmässigen Produktion (bedingt durch Jahreszeiten und Witterung). Die Förderung erneuerbarer Energien ist daher unabdingbar mit der Entwicklung von effizienten Speichertechnologien verbunden.  Dies ist die Grundlage für eine Beteiligung der Schweiz an internationalen Energieprojekten (Windparks in der Nordsee, Solarthermische Kraftwerke in Südspanien und der Sahara).
  • Die erneuerbaren Energien bieten die Möglichkeit die Energieversorgung zu dezentralisieren und damit Transport- und Transformationsverluste zu minimieren. Weiter erhofft sich die JCVP, dass die Konsumenten ein neues Verständnis für den Strom entwickeln, wenn er in ihrer Nähe oder gar auf ihrem Hausdach produziert wird.

Erdölbrennstoffe, Treibstoffe und Gas


Der Energiebedarf der Schweiz wird zu vier Fünfteln vom Ausland gedeckt, insbesondere durch den Import von Erdöl und Erdgas. Die nötigen Importe fossiler Energieträger müssen auf möglichst viele Länder verteilt werden, um Abhängigkeiten zu vermeiden.

  • Die JCVP fordert eine verstärkte CO2-Lenkungsabgabe auf alle fossilen Brennstoffe zur Wärmeerzeugung. Abgaben auf Treibstoffe lehnt sie ab, weil die Bewohner der Randregionen keine Alternativen zum privaten Verkehr haben. Die Lenkungsabgaben sollen in Gebäudesanierungsprogramme und Technologiefonds fliessen und so an die Bevölkerung zurückgehen.

EnergieverbrauchVerkehr und Mobilität


Die stark zunehmende Mobilität stellt die Umwelt und die öffentliche Infrastruktur vor grosse Probleme.

  • Die JCVP verlangt, dass Anreize für Heim- und Telearbeit geschaffen werden und die Bevölkerung für die Folgen der „grenzenlosen“ Mobilität sensibilisiert wird.
  • Mit einem Bonus-Malus-System sollen Anreize für den Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge geschaffen werden. Speziell berücksichtigt werden Bemühungen zur Förderung von Hybrid- und Elektroautos.
  • Der öffentliche Verkehr braucht mehr finanzielle Unterstützung um die steigenden Nutzerzahlen zu bewältigen und das Angebot in Randregionen zu erhalten.  


Haushalte und Gebäude

Das grösste Energiesparpotential erkennt die JCVP im Haushalt und bei Gebäudesanierungen (Gebäudeisolation, Wärmehaushalt). Hier kann man mit einfachen Massnahmen viel erreichen. Beispielsweise lassen sich durch „richtiges“ Lüften im Winter Heizkosten einsparen und im Sommer der Einsatz von Klimaanlagen reduzieren.

  • Das Programm für Gebäudesanierungen ist auszubauen, zumal es auch wichtige Impulse und Chancen für die lokalen KMU bietet und neue Arbeitsplätze schafft.
  • Die Bewilligungspraxis bei der Realisierung von Anlagen zur Förderung erneuerbarer Energiequellen ist zu vereinfachen und damit die Eigeninitiative von Produzenten zu belohnen.
  • Der Minergie-Standard muss beim Bauen für verbindlich erklärt werden.
  • Mieter sollen das Recht auf eine individuelle Heizkostenabrechnung erhalten, damit die Kostenverteilung nach dem Verursacherprinzip erfolgen kann. Zudem soll durch einen flächendeckende Einführung von Temperaturreglern in allen Räumen eine einfachere und genauere Regulierung der Raumtemperatur ermöglicht werden.
  • Die Mindeststandards bei der Effizienz von Haushalts- und Elektrogeräten sind zu verschärfen. Weiter soll vermehrt auf den hohen Standby-Verbrauch solcher Geräte aufmerksam gemacht werden.
  • Der Staat hat bei diesem Wandel eine Vorbildfunktion einzunehmen. Öffentliche Gebäude, vor allem Schulen, sind innovativ zu sanieren. Die Schüler- und Schülerinnen von heute sind die Entscheidungsträger von morgen.

Industrie und Dienstleistungen

  • Günstige Strompreise haben bei der Industrie eine höhere Priorität als bei Privatpersonen.
  • Energierückgewinnung aus industriellen Prozessen soll gefördert werden (Nutzung von Abwärme, Recycling, Energiegewinnung aus Biomasseabfällen).

URL: http://www.jcvp.ch/themen/themenuebersicht/umwelt-energie/
Stand: 22. February 2012 11:28:33 PM