20.06.2019 / Communiqués / Familie /

JCVP setzt sich für eine 18-wöchige Elternzeit ein

Zur heutigen Debatte im Ständerat rund um den Vaterschaftsurlaub stellt die JCVP Schweiz ihre Vision für die Zukunft mit einer Elternzeit vor. Sie hofft, dass der Ständerat heute mit einer Zustimmung zu einem Vaterschaftsurlaub den ersten Schritt in die richtige Richtung tut. Die JCVP ist der Überzeugung, dass in Anbetracht der aktuellen Diskussionen um Gleichberechtigung, auch eine Veränderung des Rollenbildverständnisses stattfinden muss. Daher setzt sich die JCVP in Zukunft für eine 18-wöchige Elternzeit ein.

Die JCVP fordert eine 18-wöchige Elternzeit wovon die bereits rechtlich festgehaltenen 14 Wochen Mutterschaftsurlaub bestehen bleiben. Die restlichen 4 Wochen werden auf 2 Wochen Vaterschaftsurlaub und 2 Wochen flexible Elternzeit verteilt. Zudem ist es der Mutter freigestellt, dass sie nach 8 Wochen Beschäftigungsverbot (Mutterschutz) die restlichen 6 Wochen ebenfalls flexibel beziehen kann. So könnten Mütter nach 8 Wochen sofern sie dies wollen, beispielsweise mit Teilzeitpensum wieder in die Arbeitswelt einsteigen, was sowohl den Wiedereinstieg vereinfacht, als auch Vorteile hinlänglich Verfügbarkeit für den Arbeitgeber bringt.

Wir fordern zudem, dass die aktuelle Rechtspraxis gemäss OR 324a und Art. 36 Abs. 3 ArG wodurch der Arbeitgeber verpflichtet wird, der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer mit Familienpflichten gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses, die zur Betreuung kranker Kinder erforderliche Zeit im Umfang bis zu drei Tagen freizugeben, so handgehabt wird, dass diese Tage an der Elternzeit im ersten Jahr abgezogen werden. Die 18-wöchige Elternzeit muss im ersten Lebensjahr des Kindes bezogen werden, danach verfällt das Recht an diesen freien Tagen. Der Kündigungsschutz für die Frau soll weiterhin 16 Wochen betragen.

Die JCVP Schweiz ist überzeugt, dass sich mit der Einführung einer 18-wöchigen Elternzeit nicht nur das Rollenbild in den Familien verändern wird, sondern auch viele Frauen besser in den Arbeitsalltag zurückfinden werden. Frauen verfügen heute über ausgezeichnete Ausbildungen, die unsere Wirtschaft gerade in Bezug auf die aktuelle Problematik mit dem Fachkräftemangel braucht. Aber auch die häufige Untervertretung von Frauen in Führungspositionen hat oftmals mit den schwierigen Grundbedingungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun. Dank einer Elternzeit wird diesen Schwierigkeiten im ersten Lebensjahr entgegengesteuert. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu unterstützen, müssen ergänzend dazu auch flächendeckend familienunterstützende Tagesstrukturen, sowie gezielte finanzielle Erleichterungen von Familien gefördert werden.