25.04.2020 / No·e·ma / /

Generationensolidarität hat eine neue Bedeutung gewonnen

Immer mehr hört man den Satz «Nur wegen den älteren Personen sitzen wir alle zu Hause.». Ein Satz, der mich sehr stört. Auch wenn die aktuellen statistischen Daten zeigen, dass vor allem ältere Personen an Corona sterben, so gibt es auch viele jüngere Menschen, die zur Risikogruppe zählen.
Wir haben diese Massnahmen nicht «nur» zum Schutze der älteren Generation umgesetzt, sondern zum Schutze vieler Menschen in allen Altersgruppen und vor allem auch zum Schutze all derjenigen, welche in den medizinischen und Pflegeberufen tätig sind. Denn eine solche Situation, wie sie das Personal in Norditalien oder auch New York erleben muss, ist eine unglaubliche körperliche, aber auch psychische Belastung.

Werden wir uns in dieser Zeit auch etwas mehr bewusst, was für einen Wohlstand und welche Stabilität wir dank der älteren Generation leben und erleben dürfen.

Generationensolidarität hat in diesen Tagen wieder eine neue Bedeutung bekommen. Und hierbei geht es nicht darum, dass nur wir Junge Solidarität zur älteren Generation leben sollen. Es ist eine Krise, welche die gesamte Bevölkerung herausfordert. Es ist eine Krise, die über alle Generationen und Regionen in unserem Land hinweg Zusammenhalt fordert. Auf dem Weg raus aus dem Lockdown ist nun die ganze Schweiz gefordert, damit wir diesen wichtigen Schritt gemeinsam schaffen.

Es sind sehr viele Schicksale mit diesem Lockdown verbunden. Viele Menschen, ob jung oder alt, stehen vor unsicheren Zeiten. Viele mussten von einer lieben Person Abschied nehmen, ohne diese Trauer gemeinsam mit der Familie wirklich durchzustehen. Und in solchen Situationen ist es ganz klar, dass man sich fragt, ob all diese Massnahmen wirklich notwendig sind. Hätten wir es nicht mit anderen Massnahmen besser machen können?
Das kann gut sein. Aber wir wissen heute auch nicht, wie es gekommen wäre, wenn man viele Massnahmen nicht umgesetzt hätte. Spekulationen helfen uns zu diesem Zeitpunkt nichts. Klar ist: Die Schweiz muss nach dieser Epidemie auch ihre Lehren ziehen. Das Einzige was jetzt zählt, ist der Zusammenhalt über alle Generationen hinweg, auch nach dem Lockdown.

Vergessen wir nun in den Schritten zurück in den Alltag nicht, dass es immer noch viele Menschen gibt, die einem hohen Risiko durch das Virus ausgesetzt sind. In dieser Zeit ist die Solidarität noch einmal sehr stark gefragt, denn viele Menschen können noch nicht gleich in den Alltag zurückkehren. Nehmen wir diese Menschen mit, lassen wir sie nicht in einer Einsamkeit und versuchen wir sie zu unterstützten, da wo es für jeden individuell möglich ist. Lassen wir die Generationensolidarität auch bei der Rückkehr in den «normalen» Alltag, einen Teil von unserem Alltag bleiben.

Sarah Bünter, Präsidentin JCVP Schweiz