12.08.2020 / Communiqués / Familie /

Ja zu Familien – Ja zur besseren Vereinbarkeit

Heute fand die  Medienkonferenz des überparteilichen JA-Komitees zum steuerlichen Abzug von Kinderdrittbetreuungskosten statt. Unsere Präsidentin durfte die Sicht der jungen Generation und jungen Frauen zur Abstimmungsvorlage aufzeigen.

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrte Medienschaffende, sehr geehrte Damen und Herren,

Lassen Sie mich mit einer erfreulichen Tatsache beginnen. Das Bildungsniveau der Schweizer Bevölkerung steigt stetig. Der Anteil der Personen ohne nachobligatorische Bildung nimmt ab, während jener von Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Hochschulstudium zunimmt. Der Anstieg des Bildungsniveaus ist weitgehend auf die verstärkte Präsenz von Frauen in der Bildungswelt zurückzuführen. 1970 verfügten knapp 4 % der Frauen über einen Hochschulabschluss, im Jahr 2014 waren es bereits 22 %. Der Anteil der Frauen in der Alterskategorie 25-34 Jahre mit einem Hochschul- oder Universitätsabschluss ist unterdessen höher als jener der Männer in der gleichen Alterskategorie. Von diesem Potenzial kann unsere Schweizer Wirtschaft enorm profitieren.

Im Budget 2020 sind knapp 8 Milliarden Franken für Bildung und Forschung für das Jahr 2020 vorgesehen. In der Wintersession 2019 waren die eidgenössischen Räte noch grosszügiger als der Bundesrat. Von den 242 Millionen im Budget vorgesehenen Mehrausgaben bewilligte das Parlament freigiebige 101,1 Millionen an zusätzlichem Budget für die Eidgenössischen Technischen Hochschulen, Universitäten, Fachhochschulen, die höhere Berufsbildung und die Forschung. Das sind grosse Investitionen und wie sieht es mit dem Return of Investment aus?

Können wir es uns wirklich leisten, mit angehenden Müttern gut und teuer ausgebildete Fachkräfte im Arbeitsmarkt zu verlieren? Qualifizierte Mütter sind allzu oft gezwungen, ihr Erwerbspensum zu reduzieren. Hohe Kosten und fehlende Betreuungseinrichtungen sind die häufigsten Gründe dafür. Bei der Frage der Anpassung des Erwerbspensums, behält in den allermeisten Fällen der Mann die Vollzeitbeschäftigung und damit das Haupteinkommen. Das Einkommen der Mutter ist das Zweiteinkommen. Konnte dieses Zweiteinkommen früher vielleicht als Ergänzung oder Taschengeld betrachtet werden, so ist es heute mehr als notwendig. Das Leben ist für eine Familie teuer. Und dies auch ohne die Kosten, welche bei einer Drittbetreuung der Kinder anfällt. Kinder aufziehen ist immer eine Leistung und eine Investition in die Zukunft einer Gesellschaft. Ich bin der festen Überzeugung, dass jede Leistung zählt. Egal ob in der Ausbildung, im Beruf, in der Familie oder im Ehrenamt. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass eine solche Leistung auch honoriert wird. Die Erhöhung der Kinderabzüge auch der allgemeinen ist eine solche Honorierung. Wenn es sich für eine Familie nicht lohnt, oder noch schlimmer das Haushaltsbudget noch kleiner wird, wenn die Eltern die Erwerbsquote aufstocken ist das ein Verlust für die ganze Gesellschaft. Das ist allgemein anerkannt und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein Anliegen, das über alle Parteigrenzen hinweg Unterstützung findet. Das Referendum ist vor diesem Hintergrund absolut unverständlich. Nur weil Steuerentlastungen jenen zu Gute kommen, die auch Bundessteuern bezahlen, heisst dies noch lange nicht, dass es ein Geschenk an reiche Familien ist. Denn über 900’000 Familien profitieren von dieser Entlastung. All jene Familien, die beispielsweise nicht von Prämienverbilligungen und günstigeren KiTa-Plätzen profitieren.

Ich setze mich dafür ein, dass alle Familien in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gestärkt werden. Denn Familien sind die Zukunft unserer Schweiz. Deshalb bin ich überzeugt, dass Mütter, die Zeit und Geld in ihre Ausbildung investiert haben, ihr Potenzial auch im Erwerbsleben einsetzen können sollen. Ausserdem ist jede gutausgebildete Mutter, welche nicht im Berufsleben steht, gesamtgesellschaftlich gesehen eine Investition, die sich auf dem Arbeits- markt nicht wie erwartet auszahlt. Gerade in Anbetracht der Herausforderung des zunehmenden Fachkräftemangels spielen unsere gutausgebildeten Mütter eine besondere Rolle.

Mit der Vorlage zur steuerlichen Berücksichtigung der Kinderdrittbetreuungskosten werden die richtigen Impulse gesetzt: den Impuls, dass Mutterschaft für weibliche Fachkräfte kein Grund mehr sein soll auf ihr gewünschtes Erwerbsleben zu verzichten.

 

Zur gemeinsamen Medienmitteilung