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Die Junge Mitte                                      Jeunes du Centre
Ja zur Ehe für alle

Ja zur Ehe für alle

Um was geht es?
Am 18. Dezember 2020 wurde im Parlament die Ehe für Alle verabschiedet. Die Ehe soll damit gesetzlich neu definiert werden und eine Gleichstellung von Gleichgeschlechtlichen Paare soll sichergestellt werden. Trotzdem ergriffen Vertreter der EDU, SVP und Mitte das Referendum. Das Referendum wurde am 12. April 2021 mit 69’392 Unterschriften von den Referendumskomitees eingereicht. Die Schweizer Bevölkerung stimmt daher am 26. September über die „Ehe für alle“ ab. 

Was ändert sich bei einem «Ja»?

Vermögensrecht:
Der Güterstand entspricht neu der Errungenschaftsbeteiligung (bei der eingetragenen Partnerschaft ist es die Gütertrennung). Die Errungenschaftsbeteiligung sieht vor, dass alles, was man in die Ehe einbringt, als Eigengut gilt und alles, was während der Ehe verdient und gespart wird, als Errungenschaft zählt. Diese Unterscheidung spielt eine wesentliche Rolle im Scheidungs- oder Todesfall. Nach wie vor kann der Güterstand jedoch vertraglich abgeändert werden.

Adoption:
Durch die «Ehe für alle» besteht nun auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren die Möglichkeit, in einem gemeinschaftlichen Adoptionsverfahren ein Kind zu adoptieren. In der Schweiz werden jährlich ca. 20 Kinder zur Adoption freigegeben, da es sehr strikte Voraussetzungen und Regelungen für eine Adoption gibt.

Einbürgerung:

Ausländische Partner und Partnerinnen von Schweizer Bürgern erhalten zukünftig die gleichen Vorteile zur erleichterten Einbürgerung wie es bisher nur bei einer Standartgemässen Ehe zwischen Mann und Frau möglich war. Um diese zu beantragen, müssen folgende Kriterien erfüllt sein: 

– Mindestens 5 Jahre in der Schweiz (davon mind. 1 Jahr vor der Einreichung des Gesuchs)
– Mindestens Jahre verheiratet oder in eingetragener Partnerschaft

Zugang zur Samenspende:
Neu steht verheirateten Frauenpaaren die Möglichkeit einer professionellen Samenspende zu. Dabei werden im Anschluss beide Elternteile bei der Geburt als Eltern des Kindes anerkannt.

Hinterlassenenrente:
Als Ehepaare erhalten Frauen in Zukunft, wie alle Ehefrauen, eine Witwenrente, falls sie beim Tod der Partnerin über 45 Jahre alt sind. Bisher war dies nur der Fall, wenn ein Kind unter 18 Jahren vorhanden war. 

Unsere Argumente für ein klares JA zur Ehe für alle:
Diskriminierung:
Die Bundesverfassung verbietet nach Art. 8 Abs. 2 die Diskriminierung aufgrund der gewählten «Lebensform». Die Befürworter sehen darin auch einen dringend nötigen Stopp in Sachen Diskriminierung im Bereich Ehe.

Das Wohl des Kindes steht auch in Zukunft immer an oberster Stelle
Es ist unverständlich, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht gemeinsam Kinder adoptieren können – vor allem, wenn man bedenkt, dass alleinstehende Einzelpersonen zum Adoptionsverfahren zugelassen sind. Das strenge Adoptionsverfahren wird durch die Öffnung nicht geändert – das Wohl des Kindes steht auch in Zukunft an oberster Stelle. Die Öffnung dieses Zugangs im Rahmen der Ehe für alle hat sich zudem in sämtlichen europäischen Ländern, welche die Ehe für alle in den letzten fast 20 Jahren eingeführt haben, bewährt.
Mit dem Zugang zur Samenspende stärken wir die Rechte der Kinder. Sowohl bei den Hetero-, als auch bei den homosexuellen Paaren muss ein verantwortungsvoller Umgang mit der Fortpflanzungsmedizin im Zentrum stehen.

Die Ehe ist privat
Die Ehe zwischen zwei erwachsenen Personen soll nicht durch den Staat bestimmt werden. Die Liebe zwischen zwei erwachsenen Menschen egal welches Geschlechts ist nicht die Angelegenheit dritter.

Die Schweiz hinkt international hinterher
Die Schweiz ist momentan eines der letzten Länder Westeuropas, welches die Ehe gleichgeschlechtlichen Paaren noch immer verwehrt. In den Niederlanden wurde bereits 2001 die Ehe geöffnet, zuletzt haben auch Deutschland (2018) und Österreich (2019) diesen Schritt vollzogen. Sogar im eher katholisch geprägten Irland wurde die Ehe für alle im Rahmen einer Volksabstimmung im Jahr 2015 mit klaren 62% angenommen. 

International bewährtes Adoptionsrecht
Der Einschluss des Zugangs zum Adoptionsverfahren ist ein logischer Schritt. Es ist unverständlich, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht gemeinsam Kinder adoptieren können – vor allem, wenn man bedenkt, dass alleinstehende Einzelpersonen zum Adoptionsverfahren zugelassen sind. Die Öffnung dieses Zugangs im Rahmen der Ehe für alle hat sich zudem in sämtlichen europäischen Ländern, welche die Ehe für alle in den letzten fast 20 Jahren eingeführt haben, bewährt.